Kurz vor dem Abflug

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P1150204 P1150201 P1150200Gestern wurde ich gefragt, ob die Störche im Potsdamer Ortsteil Marquardt noch da sind. Gerade eben waren sie noch da: nach den morgendlichen Flugübungen ruhen sie gerade auf dem First des Landgasthofes „Zum alten Krug“ aus. Weddingplaner und Gastwirt Christian Schulze meinte soeben: „Sie werden uns wohl zum Wochenende verlassen. Fliegen können sie schon ganz gut. Jetzt zeigen ihnen die eltern, wie es mit dem Futter sammeln geht.“…

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Noch sind die Störche da, noch..

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Welch Schreck heute Mittag., ein leeres Nest. Sind die Störche auf dem Horst im Potsdamer Ortsteil Marquardt bereits gen Süden unterwegs ?

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Aber nein, noch sind sie da, sie haben mit den Eltern Flugübungen gemacht. Zumindest diese Nacht verbringen sie noch im heimischen Nest.

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Anfang April waren die Eltern angekommen und hatten das Nest gegenüber dem Landgasthof „Zum alten Krug“ bezogen.

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Erfahrungsgemäß sind die Störche um den 20. August wieder weg – mit ihren drei Kindern.

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Potsdams angesagtester Wohnmobilstellplatz

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Wohnmobile in Marquardt
Wohnmobile in Marquardt

Es ist die Sommerüberraschung schlechthin. Seit es nebem dem Landgasthaus „Zum alten Krug“ im Potsdamer Ortsteil Marquardt einen Wohnmobilstellplatz gibt, überschlagen sich die positiven Bewertungen im Internet förmlich. Zu finden auf der App promobil und der Webseite promobil.de.

Mittlerweile genießt der Wohnmobilstellplatz, kurz hinter dem Ortseingang von Marquardt, regelrecht Kultstatus. Innerhalb weniger Wochen erhielt der Platz 55 positive Einträge auf promobil. Soviel hat keiner der anderen Potsdamer Stellplätze.

Eine zufällige Erfolgsgeschichte

Dabei hatte alles so einfach begonnen. Im Mai wurde Michael Schulze, der zusammen mit Christian Schulze das traditionsreiche Landgasthaus führt, von einem Wohnmobilisten gefragt, ob dieser sich eine Nacht auf den Parkplatz neben dem Landgasthaus stellen darf.

Die Gastfreundschaft des Ehepaares Schulze und der Marquardter Einwohner sprach sich in bei den Fahrern der Womos und Wohnanhänger schnell herum. An manchen Abenden ist der Platz, derzeit passen je nach Größe sechs bis sieben Womos auf den Platz, voll.

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Der nahe Lenne`park, Schloss (früher einmal ein Kempinski-Hotel), und der Badestrand am Schlänitzsee sorgen für eine hohe Aufenthaltsqualität. Zudem gibt es eine stündliche Regiobahnverbindung (RB 21) sowie Buslinie nach Berlin bzw. Potsdam. „Besser kann man am Rand von Potsdam nicht stehen,“ so ein Internetuser. Andere Gäste loben die deftige Hausmannskost im Landgasthaus des Ehepaares Schulze.

Gratis dazu: Storchenfeierabend oberhalb des „Lavendelhofs“ gegenüber der Kirche von Marquardt.

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Flugübungen im Storchennest

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Drei Kilo und mehr Nahrung verspeisen die drei Jungstörche auf dem Storchennest gegenüber vom Landgasthof „Zum alten Krug“ in Marquardt täglich. Unermüdlich schleppen Mutter und Vater Adebar die Mäuse, Regenwürmer, Insekten und Frösche herbei. Manchmal sind auch kleine Fische oder Schlangen darunter. Die Jungstörche scheinen es irgendwie hinzukriegen, dass sie bei aller Freude über das herangeschaffte Futter nicht aus dem Nest fallen beim täglichen Verteilungskampf. Das wäre auch fatal, denn noch können sie ja nicht fliegen. Immer wieder ermuntert ein Altstorch die Jungen, dass sie mit den Flugübungen beginnen.

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Josef Grütter verfasste dazu ein Gedicht:

Bald geht’s auf große Tour!

Seht her, wie groß mein Segel schon ist.

Fast zwei Meter es sicherlich misst!

Habe es schon getestet mal kurz auf des Nestes Rand.

Mein Bruder war imponiert, klapperte: „Allerhand!

Gewiß! Mußt aber gar nicht so protzen

und vor Übermut strotzen.

Wenn ich ausfahre meine Schwingen,

werden die da unten mir ein Loblied singen

ob der großartigen gestreckten Flügel,

auf denen ich bald gen Süden segel.

 

Bis dahin sollten wir nicht so laut tönen,

als ob wir könnten uns selbst schon verwöhnen.

Lassen wir doch unsere Eltern noch etwa zwei Wochen

heranschleppen köstliche weiche Fröscheknochen

und andere Delikatessen aus dem Wiesengrund

für unseren stets hungrigen Schlund.

 

Freue ich aber auch langsam auf den großen Flug

von dem die Eltern erzählten genug.

Möchte bald selbst sehen die fremden Gefilde

und machen mir ein eigenes Bilde.

Euch da unten sei heut schon geklappert, vermeld:

Die Tage in eurem Ort sind gezählt.

Es war schön, über euch zu thronen im Nest.

Bereitet schon mal vor ein Willkommensfest!

Denn kommen im nächsten Jahr bestimmt wieder

und klappern euch neue melodische Lieder.

Marquardt, den 1. August 2016

  1. G.

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So langsam geht’s aber los ….

 

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Übung macht den Meister. Denn in 4 Wochen sind sie wieder gen Süden unterwegs – die Störche vom Marquardter Storchennest.

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Erinnern wir uns, im Jahr 2015 verließen sie den Potsdamer Ortsteil am 20. August.

2014 bereits am  17. August.

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Hier gehts zum Video

Wo ist die Rutsche hin ?

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Es ist angeblich Europas größte aufblasbare Rutsche: die Wasserrutsche auf dem Gelände von Karls Erlebnishof in Elstal an der B 5.

11 Uhr fotografierte ich das Ungetüm.

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Gegen 12.15 Uhr fuhr ich wieder dort vorbei: die Rutsche war weg. Eine Fata Morgana. Zwischenzeitlich gab es ein Gewitter. Was mag passiert sein ?

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Antwort lieferte Jaana Trebenius von der PR – Abteilung: „Laut Herstellervorgaben sind wir angehalten, die Rutsche bei Gewitter und/oder Sturm abzulassen und ggf. in Sicherheit zu bringen. Also keine Angst, sie wird bald wieder stehen.“Und nun kann wieder gerutscht werden.

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Verbraucherzentrale beantwortet Fragen zu fluege.de, Gutscheinen und Co.

Insolvenz der Unister-Unternehmen weitet sich aus

Nach der Insolvenz der Muttergesellschaft Unister Holding GmbH folgen nun auch Tochterunternehmen wie die Unister Travel, die z.B. bei fluege.de im Impressum steht. Sabine Fischer-Volk, Reiserechtsexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg, beantwortet die Fragen der Reisenden.

Wer ist nun von der Insolvenz betroffen?

Sabine Fischer-Volk: „Neben der Muttergesellschaft  hat nun das vierte Unister-Unternehmen, die Unister Travel Betriebsgesellschaft mbh, Insolvenz angekündigt. Diese vereint laut Organigramm des Unternehmens Reiseportale wie fluege.de, ab-in-den-urlaub.de, reisen.de, kurz-mal-weg.de und urlaubstours.de.

In den meisten Fällen treten die Unister-Unternehmen als Reisevermittler auf. Über die Webportale können Nutzer Preise verschiedener Anbieter vergleichen und Unister verdient an Provisionen. Eine Ausnahme ist das Unternehmen Urlaubstours, das Pauschalreisen veranstaltet. Für Reisende macht es einen Unterschied, ob sie über ein Vermittlungsportal oder über den Pauschalreiseveranstalter Urlaubstours gebucht haben.

Was bedeutet die Insolvenz für Kunden der Unister-Vermittlungsportale wie fluege.de?

Fischer-Volk: „Reisende sollten sich rechtzeitig vor der Reise auf jeden Fall mit ihrem Vertragspartner, also zum Beispiel ihrer Airline oder dem Hotel in Verbindung setzen und klären, ob das Entgelt für die gebuchte Leistung bei diesem angekommen ist und die Flüge bzw. der Hotelaufenthalt daher wie gebucht in Anspruch genommen werden können. Sollten Gelder nicht bei der Airline bzw. dem Hotel angekommen sein, müssen Verbraucher ihre Ansprüche an die Insolvenzmasse stellen. Für eine individuelle Beratung können sich Betroffene auch an die Verbraucherzentrale wenden.“

Was ist denn mit den zahlreichen Reisegutscheinen, die von Portalen wie fluege.de ausgegeben worden sind?

Fischer-Volk: „Wer einen Reisegutschein von einem der von der Insolvenz betroffenen Unternehmen besitzt, muss nun abwarten. Der Insolvenzverwalter wird entscheiden, ob Gutscheine verrechnet oder ausbezahlt werden können. Nach Erfahrung der Verbraucherzentrale Brandenburg sind die Chancen auf eine Erstattung von Gutscheinbeträgen in Insolvenzfällen aber leider sehr gering.“

Was bedeutet die Insolvenz für Kunden von Urlaubstours?

Fischer-Volk: „Der Insolvenzverwalter muss Reisende darüber informieren, ob und wie gebuchte Reisen noch durchgeführt werden. Der gezahlte Reisepreis ist jedoch in diesem Insolvenzfall nicht verloren, weil sich Urlaubstours laut Veranstalterregister unter www.tip.de bei der Generali Versicherung AG über die REISEGARANT GmbH dagegen versichert hat. Pausschalreiseanbieter sind gesetzlich verpflichtet, den Insolvenzfall abzusichern.

Was passiert nun weiter?

Fischer-Volk: „Über aktuelle Entwicklungen können Reisende sich auf www.vzb.de/unister-insolvenz informieren.“

Sollte es hier zu individuellen Problemen oder Fragen kommen, hilft die Verbraucherzentrale Brandenburg weiter:

  • persönliche Verbraucherberatung, Terminvereinbarung unter 0331 / 98 22 999 5 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr) oder online unter vzb.de/termine,
  • telefonische Beratung unter 09001 / 775 770 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr,
    1 €/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) sowie
  • E-Mailberatung auf vzb.de/emailberatung

Vorsicht: Zug kommt

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aufgenommen in Werder/Havel
aufgenommen in Werder/Havel

 

Sicher durch die Sommerferien – Bahn und Bundespolizei appellieren an Kinder und Jugendliche: Bahnanlagen sind kein Abenteuerspielplatz!

Jeder Unfall ist einer zu viel • Selfies im Gleis und Klettern auf abgestellte Züge sind nicht cool, sondern lebensgefährlich • Kostenloses Informations- und Unterrichtsmaterial online abrufbar

Endlich – in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stehen die lang ersehnten Sommerferien vor der Tür! Zeit, sich mit Freunden zu verabreden, die Seele baumeln zu lassen und Abenteuer zu erleben. „Gerade unsere Anlagen, Züge und Gleise üben auf junge Menschen oft eine große Faszination aus und wecken die Neugierde. Es ist uns daher ein wichtiges Anliegen, jetzt zum Ferienbeginn noch einmal auf das richtige Verhalten auf Bahngelände aufmerksam zu machen, damit aus dem Spaß nicht plötzlich bitterer Ernst wird“, betont Markus Krittian, Eisenbahnbetriebsleiter der DB Netz AG. „Jeder Unfall ist einer zu viel – und durch das Befolgen einiger einfacher Regeln zu vermeiden.“

Der wichtigste Grundsatz lautet: Bahnanlagen sind keine Spielplätze, es ist verboten, sie zu betreten! Auch wenn ein Foto bzw. Selfie auf Bahngleisen oder die Abkürzung über die Schienen auf den ersten Blick noch so verlockend und berechenbar erscheint – hier droht ernste Gefahr! Züge können, anders als Fahrzeuge auf der Straße, Hindernissen nicht ausweichen und haben aufgrund ihrer großen Masse einen Bremsweg von bis zu 1.000 Metern. Darüber hinaus sind moderne Züge wesentlich leiser als ihre Vorgängermodelle und daher erst spät zu hören. Die Geschwindigkeit ist ebenfalls nicht zu unterschätzen: ICE-Züge sind beispielsweise im Durchschnitt mit 160 Stundenkilometern unterwegs – auch in einigen Bahnhöfen und an Haltepunkten.

„Auch das Klettern auf abgestellte Züge ist lebensgefährlich“, warnt Polizeidirektor Nicolai-Steve Schipfer von der Bundespolizei. „Immer wieder passiert ein Bahnstromunfall mit Kindern oder Jugendlichen. Die meisten dieser Unfälle enden mit schwersten Verletzungen oder tödlich. Oft ist jungen Leuten gar nicht bewusst, dass in der Bahn-Oberleitung mit 15.000 Volt etwa 65 Mal mehr Strom fließt als in der Steckdose zu Hause. Und man muss die Oberleitung nicht einmal berühren – schon bei bloßer Annäherung kann es zu einem lebensbedrohlichen Stromüberschlag kommen. Daher unser Appell: Bleibt bitte den technischen Bahnanlagen fern!“

DB AG und Bundespolizei engagieren sich bereits seit Jahren, um Unfälle zu vermeiden. Der Bedarf ist nach wie vor groß: Allein in den vergangenen fünf Jahren ereigneten sich bei der DB AG hunderte Unfälle durch unerlaubtes Überqueren der Gleise. Weitere etwa 50 Unfälle passierten im gleichen Zeitraum durch Klettern auf Waggons oder Strommasten.

 

Wem gehört dieser Hund

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Nun kpümmern sich die 5 Mitarbeiter der Pressestelleder Potsdamer Stadtverwaltung auch um vermisste Hunde. Diese Meldung kam heute über den Ticker: 

„Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben am Samstagmorgen, 16. Juli, nach Hinweisen aus der Bevölkerung einen Hund der Rasse American Bulldog/Cane
Corso Rüde aufgenommen und ins Tierheim gebracht. Da der Hund keinen Chip trägt und vermutlich ausgesetzt wurde, wird nun die Halterin oder der Halter des Tieres gesucht. Die Landeshauptstadt bittet daher um Mithilfe und hofft auf sachdienliche Hinweise, um die Halterin/den Halter zu ermitteln.
Der Hund wurde angeleint vor der Tierarztpraxis Dr. Brigitte Richter-Reichhelm, Am Plantagenhaus 17, angebunden und dort auch am Samstag gefunden. Der Hund wies oberhalb des Bauchnabels eine frisch rasierte Stelle im Fell und eine frische Narbe auf. Diese könnte von einer Operation stammen. Das Fell ist kurzhaarig, die Farbe beige-weiß. Wer sachdienliche Hinweise zum Besitzer oder zum Sachverhalt geben kann wird gebeten, sich beim Veterinäramt oder beim Ordnungsamt der Stadt zu melden.

Veterinäramt Potsdam:
Telefon: (0331) 2891817
E-Mail : Veterinaerwesen@Rathaus.Potsdam.de

Ordnungsamt Potsdam:
Telefon: (0331) 2891642
E-Mail: Einsatzzentrale@Rathaus.Potsdam.de

Ende einer Odyssee: Venus kehrt heim

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In die Bildergalerie zurückgekehrt: das um 1640 entstandene Gemälde "Venus im Pelz". Foto: SPSG/Wolfgang Pfauder
In die Bildergalerie zurückgekehrt: das um 1640 entstandene Gemälde "Venus im Pelz". Foto: SPSG/Wolfgang Pfauder

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg erhält ein seit 1945 verschollenes Gemälde für die Bildergalerie zurück

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) erhält ein Gemälde zurück, das zum ursprünglichen Bestand der Bildergalerie im Potsdamer Park Sanssouci gehörte und seit 1945 als verschollen galt. Das um 1640 in der Nachfolge des flämischen Meisters Peter Paul Rubens (1577-1640) entstandene Bild „Venus im Pelz“ wurde unlängst aus deutschem Privatbesitz restituiert.

Seit 2004 kehrten knapp 40 Gemälde zurück

Somit sind seit Erscheinen des ersten Verlustkataloges der Gemäldesammlung der SPSG im Jahr 2004 knapp 40 Gemälde zurückgekehrt, darunter acht Werke der (zwischen 1763/64 und 1786 erfolgten) unter Friedrich den Großen erfolgten Hängung in der Bildergalerie. Sie sind wieder am originalen Ort im Kabinett am östlichen Ende der Galerie zu sehen, in dem meist kleinformatige Werke präsentiert werden. Mit der „Venus im Pelz“ kehrt nun das erste großformatige Gemälde in den Hauptsaal der Bildergalerie zurück.

Die Bildergalerie und ihre Gemälde

In der von Johann Gottfried Büring (1723-1788) im Auftrag Friedrichs des Großen (1712-1786) von 1755 bis 1763/64 errichteten und kostbar ausgestatteten Bildergalerie waren von Anfang an zahlreiche Spitzenwerke der niederländischen und italienischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts untergebracht. Die Gemälde und ihre aufwendig geschnitzten Rahmen wurden hier mit Skulpturen, Konsoltischen, erlesenem Marmor und vergoldetem Stuckdekor zu einem Gesamtkunstwerk vereint, das bis heute einen Höhepunkt des friderizianischen Rokoko markiert.

Der bis zum Tod Friedrichs des Großen auf 178 Gemälde angewachsene Bestand veränderte sich nach 1786 mehrfach. Im Jahr 1830 wurden beispielsweise 56 Bilder in das neu gegründete Königliche Museum in Berlin abgegeben.

1942 kamen die Gemälde nach Rheinsberg

Während des Zeiten Weltkriegs wurden die Gemälde der Bildergalerie 1942 in das Schloss Rheinsberg ausgelagert. Dazu gehörte auch die „Venus im Pelz“. Ein Großteil dieser Kunstwerke wurde 1945 in die Sowjetunion abtransportiert, andere kamen unter ungeklärten Umständen in den Besitz der Bevölkerung Rheinsbergs und umliegender Orte.

Obwohl 1958 rund 40 Gemälde der Potsdamer Bildergalerie von der sowjetischen Regierung zurückgegeben wurden, müssen derzeit noch 81 Werke als Kriegsverlust bezeichnet werden.

Informationen zum Gemälde Die „Venus im Pelz“

In der Zeit Friedrichs des Großen wurde die „Venus im Pelz“ dem Œuvre von Peter Paul Rubens zugeordnet und im 19. Jahrhundert als Bildnis der Gattin seines Schülers und Kollegen Anthonis van Dyck (1599-1641) gedeutet.

Auch die in den 1930er Jahren erfolgte Zuschreibung an den Utrechter Caravaggisten Gerrit van Honthorst (1592-1656) kann aus heutiger Sicht nicht bestätigt werden. Es handelt sich um das Werk eines Künstlers aus dem Umkreis bzw. der Nachfolge von Rubens. Sicher ist, dass die um 1640 in Flandern entstandene „Venus im Pelz“ seit 1764 an der Westwand der Bildergalerie – nahe des Eingangs zum Hauptsaal – präsentiert wurde. Hier hingen hauptsächlich herausragende Werke der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts. 21 von 28 Bildern an dieser Wand stammten von Rubens, dessen Arbeiten im 18. Jahrhundert zu den begehrtesten Sammelobjekten zählten. Infolge der Kriegsverluste kann die heutige Hängung der „Niederländerwand“ – mit 11 von ehemals 28 Gemälden der Originalhängung – nur eine Annäherung an die historische Situation sein.

Motivisch erinnert die „Venus im Pelz“ stark an das berühmte „Pelzchen“ im Kunsthistorischen Museum in Wien: 1636/38 hatte Rubens seine zweite Ehefrau Hélène Fourment als Venus unbekleidet in einem Pelz gemalt und sich dabei vermutlich wiederum an jenem „Mädchen im Pelz“ orientiert, das Tizian (1488-1576) um 1535 porträtiert hatte. Schon die Zeitgenossen Friedrichs des Großen hatten festgestellt, dass der König vor allem solche sinnlichen oder „angenehmen“ Historiendarstellungen in seiner Bildergalerie bevorzugte. Auch insofern ist die Rückkehr der „Venus im Pelz“ von großer Bedeutung.

Bild ist stark restaurierungsbedürftig

Durch den unsachgemäßen Transport 1945 und eine ebensolche Lagerung befindet sich das Bild derzeit in einem stark restaurierungsbedürftigen Zustand. Die Wiedereingliederung des Gemäldes in die Bildergalerie wird deshalb erst nach einer umfangreichen Restaurierung möglich sein. Zudem ist der 1764 von dem „Zierathenbildhauer“ Matthias Müller (1745-1774 in Potsdam nachweisbar) gefertigte vergoldete Schnitzrahmen seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen. Eine Rekonstruktion wäre aber auf der Grundlage historischer Fotografien möglich.

Lücken auf dem Weg des Gemäldes

Auf welchem Weg die „Venus im Pelz“ aus dem Bestand der kriegsbedingt ausgelagerten Gemälde im Schloss Rheinsberg verschwunden ist, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Nach 1945 befand es sich im Besitz eines Berliner Malers und wurde aus dessen Nachlass in private Hand verkauft, bevor es aus freien Stücken der SPSG zurück übertragen(restituiert) wurde.

Angaben zum Gemälde:

Flämisch: Venus im Pelz, um 1640, GK I 7579, Öl auf Leinwand, 190 x 119,3 cm

Noch rund 2000 Kunstwerke werden vermisst

Die SPSG hat die während und nach dem Zweiten Weltkrieg verloren gegangenen Gemälde in den Verlustkatalogen „Gemälde I“ (2004) und „Gemälde II“ (2011) sowie über die Datenbank www.lostart.de publiziert. Seit Erscheinen des ersten Verlustkatalogs hat die SPSG rund 40 Gemälde zurückerhalten. Jedoch beläuft sich die Anzahl der seit dem Zweiten Weltkrieg verschollenen oder zerstörten Staffelei- und wandfesten Gemälde der SPSG auf nahezu 2.000 Objekte.

Die Schlösserstiftung untersucht seit 2003 systematisch ihre Bestände auf die Existenz unrechtmäßig entzogenen Kunstguts. Dabei wurde festgestellt, dass vermutlich rund  1.000 Objekte Fremdbesitz und die Eigentumsfragen zu überprüfen sind. Der Fremdbesitz – darunter Gemälde, Skulpturen, Möbel, Graphiken, Porzellane und Metallgegenstände – gelangte aus unterschiedlichsten Herkunftsbereichen in die Bestände der SPSG.

Ein Großteil stammt aus brandenburgischen Schlossbergungen, die im Rahmen der Bodenreform durchgeführt wurden. Die SPSG konnte als Ergebnis ihrer Provenienzforschung seit 2004 rund 158 Kunstwerke restituieren.

Am 1. Januar 2015 begann in der SPSG ein zweijähriges Projekt begonnen, das von der Arbeitsstelle für Provenienzforschung (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste) gefördert wird. In diesem Rahmen wird die Herkunft der circa  350 nach 1945 für das Schloss Charlottenburg in Berlin erworbenen Gemälde der deutschen und niederländischen Schulen untersucht.

  • Informationen zur Bildergalerie im Park von Sanssouci:

  • Bildergalerie, Park Sanssouci 4, 14469 Potsdam
  • Öffnungszeiten: Mai bis Oktober: Dienstag-Sonntag 10-18 Uhr, Montag geschlossen
  • November bis April: Montag-Sonntag geschlossen
  • Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließzeit.
  • Eintritt: 6 Euro / ermäßigt 5 Euro
  • Weitere Informationen unter http://www.spsg.de/bildergalerie

Auf dem Stahnsdorfer Friedhof werden Pokemons gejagt

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Noch nie waren so viele Jungendliche freiwillig auf dem Friedhof unterwegs

Seit einigen Tagen laufen viele Menschen mit fixiertem Blick auf das Smartphone durch die Potsdamer Straßen und Parks. Der Grund: Pokémon GO. Die App aus den USA erfreut sich größter Beliebtheit. Auch Personen, die für gewöhnlich lieber zockend auf dem Sofa liegen, zieht es nun raus in die Gärten, Parks und Fußgängerzonen, um Pokémon zu fangen und in Arenen zu kämpfen. Die Polizei mahnt bereits zu mehr Vorsicht im Straßenverkehr. Auch auf dem Stahnsdorfer Friedhof hat Olaf Ihlefeldt Pokemon-Jünger ausgemacht.

Zunächst war der Friedhofsverwalter in den letzten Tagen angenehm überrascht, als Scharen von Jugendlichen wissensdurstig über den Friedhof wanderten und nach den Gräbern bedeutender Persönlichkeiten suchten. Ein Gespräch mit den jungen Gästen brachte Aufschluss und Ernüchterung zugleich. Die Spielfreude treibt derzeit junge Menschen auch auf Friedhöfe um weitere Level bei der Jagd auf Pokemons zu erreichen. Durch seine facettenreiche Geschichte, die prachtvollen Grabbauten und die Gräber teilweise weltberühmter Persönlichkeiten ist der Südwestkirchhof Stahnsdorf in einen neuen Focus grückt. Wenn sich seit Jahren nur mäßig erfolgreich dafür engagiert wird, Kindern und Jugendlichen die Friedhofskultur näher zu bringen, schafft es eine App in rasanter Geschwindigkeit. In der verschlungenen und wildromantischen Friedhofslandschaft liegen die bedeutenden Gräber in großen Entfernungen voneinander, versteckt hinter Büschen und Bäumen. Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, ob sich diese spielerischen Friedhofstouren mit dem Ort und der Bestimmung veinbaren lassen und ob die Würde des Ortes nicht vergessen wird. Vielleicht lässt sich jedoch sogar ein Stück Bildungscharakter abgewinnen. so hofft Olaf Ihlelfeldt.